Kalenderblatt vom 16. April 2019

Losung

Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen.

Psalm 69,6

Lehrtext

Erlöse uns von dem Bösen.

Matthäus 6,13

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 14. April 2019 bis Sonntag, 21. April 2019

Wochenspruch

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Joh 3, 14b-15)

Feiertag

Palmarum (6. Sonntag in der Passionszeit)

Erklärung

Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche. Übereinstimmend berichten die Evangelisten von einem Einzug Jesu in Jerusalem. Er reitet auf einem Esel, das Volk am Straßenrand empfängt ihn wie einen König: eine Szenerie, die Herrschaft aber Verzicht auf Macht, Gewalt und Reichtum vereint. Die Hoffnung auf einen König nach Gottes Art erscheint erfüllt.
Doch eine solche Herrschaft steht den Interessen weltlicher Machthaber entgegen. Mit ihren Mitteln durchkreuzen sie Gottes Herrschaftsabsichten. So scheint alles beim Alten zu bleiben auf Erden: Herrschsucht, Willkür, Brutalität, Leiden, Tod. Der gerade noch gefeierte Gotteskönig wird hingerichtet. Am Karfreitag gedenken Christen dieses Geschehens.
Am Vortag aber wird bereits ein anderer Akzent gesetzt: Weiß als liturgische Farbe deutet bereits auf das Osterfest hin, Weiß als Symbol für Licht inmitten der Finsternis. Der Gründonnerstag erinnert an die erste Abendmahlsfeier. Jesus feiert mit seinen Freundinnen und Freunden das Passahmahl und deutet es neu. Durch ihn wird das Festmahl, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Zwangsherrschaft erinnert, zum Mahl, das den Anbruch von Gottes Herrschaft markiert und so voller Vorfreude gefeiert werden kann. 

Thema

Der Einzug des Königs

Jes 50.4-9

4 Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. 

5 Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.

6 Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.

7 Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. 

8 Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir!

9 Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.

Andacht der Woche

anchmal wünsche ich mir, ich könnte die biblischen Geschichten nochmal zum ersten Mal hören. Die Beine verknotet, auf eine Art und Weise die eigentlich unmöglich sein sollte, aber die als Kind irgendwie doch ganz bequem ist. Mit großen Augen den Geschichten der Kindergärtnerin lauschen und mich hineinziehen lassen in die Stimmung der Szene und die Gefühle, die sie in mir auslöst.

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Geschichte von Palmsonntag und Jesu Einzug in Jerusalem wieder zum ersten Mal hören. Ohne zu Wissen, welche Geschichten folgen. Ohne zu wissen, dass die Menschen, die Jesus gerade noch zu jubeln, schon wenig später fordern werden, dass er sterben soll.

Ich denke, wenn ich nicht wüsste, was passieren wird… dann wäre sie eine meiner Lieblingsgeschichten von Jesus.

Sie hat alles was es dazu braucht:

Jesus und die Menschen, die sich freuen ihn zu sehen. Die ihm zu jubeln, aus lauter Dankbarkeit und Bewunderung für seine Werke und seine Reden. Die Palmzweige, groß und grün, herumgeschwenkt und auf die Straße gelegt, wie es sich für einen König gebührt. Lieder und Tanz und Freude.

Hosianna! Fremde Lieder. Geheimnisvoll klingend für ein Kind.

Und natürlich hat sie: das Eselfohlen! Klein, mit großen Ohren und struppigen Fell, die Straße entlang trottend. Nicht wissend, warum da so viele Leute sind und warum sie singen und tanzen.

Es muss ein großes Fest gewesen sein. So viel Freude.

Und ich würde sie gerne wieder fühlen. Nur die Freude und nicht schon die Angst, vor dem was kommt.

Aber das wird nicht passieren. Ich kann das, was kommt, nicht vergessen oder ignorieren. Das konnten die Jünger, die Jesus folgten und Jesus selbst auch nicht.

Und die Schreie der Menschen bekommen etwas Bedrohliches. Ihre ausgestreckten Hände ebenfalls. Aber der Esel trottet weiter. Klein und struppig. Und Jesus, der Retter auf dem Esel, reitet weiter … seinem Schicksal entgegen.

Und ich lese weiter. Mit bangem Herzen. Denn am Ende wird alles gut. Daran glaube ich.

 

Pastorin Vera Koch

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Thomas Drope, HH West/Südholstein

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War alles wie immer? Oder haben sie gespürt, dass etwas anders ist? Dass es das letzte Essen mit Jesus sein wird? Die Morgenandacht von Iris Macke.

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Wochenlied

Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken (EG 91) und Dein König kommt in niedern Hüllen (EG 14)

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