Familienurlaub

28. Juli 2022

Urlaub für alle: 8 Familien verbringen zusammen eine Woche auf dem Rojachhof in Kärnten.

Nord, Süd, Ost und West

Ein paar Familien sind schon gestern Abend abgereist, für alle anderen war heute Morgen nach dem Frühstück dann Schluss. Der Familienurlaub ging wirklich schnell um und nun geht es in alle Himmelsrichtungen verteilt weiter, zum Beispiel nach Hause oder in eine weitere Urlaubswoche an einen anderen Ort. Unser Fazit: Wir haben es auf dem Rojachhof sehr genossen. Trotz vieler Kilometer, wenn man aus dem Norden kommt, ist er für Familien ein tolles Ziel, schon alleine, weil die Kinder einfach zum Spielen nach draußen können und die Eltern sich sicher sein können, dass nichts passiert. Das gute Essen und die Gemeinschaft zwischen Großen und Kleinen haben wir ebenfalls sehr genossen. Es war so, wie es sein sollte: Urlaub für alle. Nicht wenige haben dafür votiert, diese Art von Freizeit und Urlaub nicht zum letzten Mal gemacht zu haben. Na dann...

Unser Alltagsglas

Am letzten Abend unserer Familienfreizeit haben wir unsere Andacht vor dem Abschlussgrillen gefeiert. Vorne auf einem der Tische stand ein leeres Gefäss als Symbol für unseren Alltag. Als Familie erlebt man ziemlich schnell, wie sich dieses Glas mit allerlei Dingen füllt. Es gibt immer viel zu tun, Gerödel ist allgegenwärtig. Zwischen Müdigkeit und Wachsein, zwischen Arbeit, Schule und Kindergarten, Hobbys, Aufgaben und Ansprüchen ist oft nicht mehr viel Platz für das, was auch noch seinen Platz finden sollte. Glaube ist dann manchmal etwas, was in das eigentlich schon volle Glas gestopft wird, obwohl kein so richtiger Platz mehr da ist. Darum haben wir darüber nachgedacht, was eigentlich zuerst in das Alltagsglas soll und wir haben erlebt, dass immer noch viel reinpasst, wenn das Wichtigste an die erste Stelle kommt. Glauben im Alltag ist wohl beides: Es lohnt sich, Gott die richtige Priorität einzuräumen, immer wieder neu zu gucken, wo eigentlich sein Platz in unserem Leben ist. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass er sich seinen Platz sucht, auch wenn eigentlich keiner mehr da ist. 

Glaube und Familie

Wir sind her zusammen im Urlaub. Und wir sind zusammen auf einer Freizeit, bei der auch Glauben eine Rolle spielt. Aber ganz ehrlich: So einfach ist das gar nicht bei dem ganzen Gewusel, welches ja mehr oder weniger 24/7 um uns herum ist. Eigentlich ist immer irgendwas bei Familien und dann ist es gar nicht so leicht, Glaubensleben zu gestalten, dafür Zeit zu finden. Das merken wir hier auf jeden Fall so ganz praktisch bei unserer Abendandacht. Die Uhr im Blick zu haben, nicht gerade anders beschäftigt zu sein... echt nicht so einfach, nicht mal im Urlaub. Wahrscheinlich sieht der normale Familienalltag nicht anders aus. Gleichzeitig spielt sich geistliche Gemeinschaft ja nicht nur in einem bestimmten Setting ab, zum Beispiel bei einer Andacht. Spiritulalität findet häufig auch in vielen kleinen Momenten des Tages statt, ohne sie zu systematisieren. Es gibt Momente, in denen Gott einfach plötzlich auftaucht und Thema ist. Darüber sind wir froh! Also spielen sich zwei Sachen parallel hier ab: Einerseits ist es nicht so leicht, bewusste Zeiten mit Gott gemeinsam zu erleben. Anderseits erleben wir gemeinsam, dass er in unserem Miteinander immer wieder eine Rolle spielt. Insofern sind wir entspannt, aber stellen uns auch die Frage, wie Glaube und Familie eigentlich auf einer Freizeit und im Alltag ganz praktisch klappen kann. Eine einfache Antwort darauf haben wir bisher noch nicht gefunden. Aber wir suchen weiter!

Tag der Abkühlung

In mehreren Versionen war heute, sehr zu unserer Freude, Abkühlung dran. Am Vormittag ging es bei über 30 Grad entweder direkt in den Millstätter See oder in die Raggaschlucht. Egal wo man war: Das Wasser war beeindruckend. Entweder, weil es herrlich klar und umrandet vom Bergpanorama ist, oder weil die Gewalt, mit der Wasser durch eine Schlucht schießt bei einer mächtigen Geräuschkulisse einen einfach umhaut. Zum Nachmittag hin dann Abkühlung von oben: Ein Gewitter zog heran und hat kräftigen Regen mitgebracht. Zack, direkt 10 Grad weniger, FInden wir sehr okay! Was nicht so okay ist: Heute ist schon der vorletzte ganze Tag unserer Freizeit. Dabei steht doch noch so vieles auf unserer Pinnwand, was man alles Schönes machen könnte. Und nu? Na, auf jeden Fall nochmal schöne Dinge für den Samstag überlegen. 

Männer und Frauen unter sich

Heute ging es gleich 2x durch den Schluchtweg hoch zur Schwaigererhütte. Am Vormittag haben sich die Männer auf den Weg gemacht, am Nachmittag die Frauen. Alle haben es sehr genossen, dass jeweils der/die andere auf die Kinder aufgepasst hat und man einfach mal unter sich sein konnten. Der Weg war passend zum Wetter schön schattig und oben warteten kalte Getränke auf die Wanderinnen und Wanderer. Die Kinder haben es genossen, einfach mal auf dem Rojachhof zu bleiben. Gesammelte Steine wurden poliert, Bilder wurden gemalt, der Sandkasten wurde unsicher gemacht. Echt toll, wie alle in verschiedenen Konstellationen miteinander Zeit verbringen und ins Gespräch kommen. Es entstehen neue Kontakte und irgendwie hat man immer etwas, worüber man sich austauschen kann. Ein weiterer Baustein, der diesen Familienurlaub so besonders und zum Urlaub für alle macht. 

Was machen wir nur?!

An jeden der letzten Abende als alle Kinder endlich im Bett waren ging es los: Die Erwachsenen saßen unter sich und haben sich die Köpfe darüber zerbrochen, welche Aktion am nächsten Tag ansteht. Neben allen Abwägen zwischen den Möglichkeiten gibt es einfach zu viele schöne Dinge, die man tun könnte und zu wenig Tage, um alles zu machen. Und es ist schon lustig zuzusehen, wie 16 Erwachsene eine nicht kurze Zeit miteinander eruieren, was am nächsten Tag dran ist, um dann zu dem Ergebnis zu kommen: Schauen wir morgen einfach mal. :-D 

Alle Achtung!

Unseren Abend schließen wir mit einer liturgischen Andacht ab, in der es auch einen Impuls zur Tageslosung oder zum Lehrtext gibt. Am Dienstag gab es einen Vers aus dem Philipperbrief: "In Demut achte einer den andern höher als sich selbst." Neben dem, dass das alles nicht immer so leicht ist, weil es genug Gründe gibt, über andere mit den Augen zu rollen, sagt dieser Satz noch etwas anderes Wichtiges aus: So geht Gott mit uns um. Mit Jesus zeigt Gott, dass er uns höher achtet als sich selbst. Das ist irgendwie immer wieder atemberaubend und kaum vorstellbar. Im Großen wie im Kleinen haben wir Menschen doch manchmal echt den Schuss nicht gehört. So wie wir untereinander genug Gründe haben, dass mit der Achtung mal aus dem Blick zu verlieren, könnte auch Gott aus gutem Grund mit uns umgehen. Aber das tut er nicht. Er setzt sich voll ein, achtet uns höher als sich selbst. Immer und trotz allem. 

Badetag

Heute hatten wir mit über 30 Grad ordentliche Temperaturen in Kärten. Nur mal gut, dass es hier nicht nur viel Sonne, sondern auch viel Wasser gibt. Ein Teil unserer Gruppe ist direkt nach dem Frühstück zum See aufgebrochen und hat dort fast den ganzen Tag verbracht. Andere sind zunächst zu einem Wasserpark in den Bergen mit der Gondel gefahren, bevor es dann auf dem Rückweg noch einen Abstecher im Millstätter See gab. Egal, wo das Wasser heute war: Die Erfrischung tat echt gut. 

Abfahrbereit?!

Für die Familienfreizeit war uns eine Sache wirklich wichtig: Alle sollen Urlaub haben. Ein Baustein dafür ist, möglichst viel Freiheit in der Gestaltung seines Tages zu haben. Alleine der Schlafrythmus und das Schlafbedürfnis der Kinder ist ja total unterschiedlich. Und von der varrierenden Dauer, bis alle Kinder mit Sonnencreme eingeschmiert sind, wollen wir ja gar nicht erst reden... Deswegen haben sich alle Familien, die mit sind, abgesprochen, dass wir die Dinge entspannt angehen. Für die Ausflüge, die wir zusammen unternehmen, warten wir nicht alle aufeinander, denn das würde für jeden Einzelnen am Ende nur Stress bedeuten. Wenn also jemand 10 Minuten weniger und 20 Minuten länger braucht - kein Problem! Wir treffen uns dann irgendwo am Ziel, auf der Wanderung oder wo auch immer wir sind. Das ist echt entlastend bei all dieser Ambivalenz zwischen Vorstellung und Realität mit Kindern. 

Gemeinsamer Start auf der Millstätter Alm

Auch schön: Die Erwachsenen sehen morges alle ähnlich zerknirscht von der Nacht aus und die Kinder springen voller Energie draußen und drinnen rum. Tja, da geht es wohl allen irgendwie gleich, was ja auch gut tut, nicht wahr? Kaffee, Tee und ein reichhaltliges Frühstück haben dann aber auch die Großen startklar gemacht für den Tag. Wir haben uns zusammen auf den Weg zur Millsätter Alm gemacht. Dort gibt es einen Rundweg von ca. 5km, der über drei Hütten führt. Belohnt wird man mit einer herrlichen Aussicht auf den Millsätter See und, wenn man möchte, besten Essen auf den Hütten, zum Beispiel mit Kaierschmarrn. Für die Kinder gab es zwischendurch immer mal wieder was zum Entdecken. So mussten unsere Wege um manche Kuh vorbeiführen, es gab Esel und Ziegen, die gerne gestreichelt und gefüttert werden und einen wasserspeienden Drachen, mit dem man die Eltern wunderbar nassspritzen konnte. Einge Kinder haben es dann sogar (zum ersten Mal) bis zum Gipfelkreuz geschafft und waren natürlich und vollkommen zu Recht mächtig stolz auf das, was sie geschafft haben. 

Alle sind da

Seit Montagabend, kurz vor 20 Uhr, sind alle Familien im Rojachhof angekommen. Wie schön, dass wir jetzt komplett sind! Jede Familie hat, wie vom Konzept der Freizeit her gedacht, die Anreise individuell gestaltet. Da es einfach sehr unterschiedlich ist, was für jede und jeden am Besten funktioniert, konnten alle selbst entscheiden, wie sie anreisen möchten. Und so gab es Familien, die über Nacht gefahren sind, andere haben schon Urlaub in Bayern gemacht und sind weitergereist und wieder andere haben die lange Reise mit Zwischenstops unterbrochen. Es war für alle angenehm, so anreisen zu können, wie es am besten ist. Und noch angenehmer war unser Start, denn wir wurden mit einem herrlichen Abendessen begrüßt. Mehrere Gänge warteten auf uns, so dass von Suppe über eine große Auswahl an Salat, einen warmen Hauptgang und Nachtisch alles dabei war, was das Herz und den Bauch höher schlagen lässt. Das tut schon richtig gut, wenn man sich am Abend nach einem Tag voller Abenteuer einfach an den Tisch setzen darf und genießen kann. Richtig Urlaub eben, so soll es sein! Die Kinder genießen es, miteinander am Tisch sitzen zu können, die freie Auswahl zu haben und dann am Ende so schnell wie möglich wieder aufzuspringen, um draußen auf der Wiese oder mit den vielen Fahrzeugen zu spielen. Und die Erwachsenen genießen es, noch sitzen zu bleiben und miteinander zu quatschen in dem Wissen, dass die Kinder sich gemeinsam gut beschäftigen. 

Die Anreise hat begonnen.

Die Anreise hat begonnen: 6 von 8 Familien haben sich bereits vor dem offziellen Start am Montag auf dem Weg nach Kärnten gemacht, um mehr Zeit an diesem wunderschönen Ort zu haben. Ab dem 01.08. sind dann alle da und wir starten gemeinsam mit dem mehrgängigen Abendessen. Wir freuen uns schon auf eine schöne Zeit mit vielen verschiedenen Erlebnissen! Teilweise kennen sich die Erwachsenen und Kinder bereits, aber in dieser Kombination hat gemeinsamer Urlaub noch nicht stattgefunden. Es ist schon auch ein Abenteuer, sich so auf den Weg zu machen und zusammen einen Teil des Sommers zu verbringen. Aber es ist ja auch immer wieder schön, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Erinnerungen zu schaffen. Wir werden die Zeit voll auskosten, so viel ist sicher!

Wenige Tage vor dem Start

Bald geht es los: Der Familienurlaub 2022 auf dem Rojachhof in Kärnten beginnt. 8 Familien haben sich für eine gemeinsame Woche Urlaub in Österreich angemeldet. Unser Motto: Urlaub für alle! Dadurch, dass wir gemeinsam unterwegs sind, kommt jede und jeder auf seine Kosten. Die Kinder können miteinander spielen und sich bei Wanderungen motvieren. Die Erwachsenen können sich miteinander für Aktionen verabreden und können so auch getrennt unterwegs sein, ohne dass der Partner oder die Partnerin alleine ist. Menschen finden für gemeinsame Interessen zusammen, es entstehen neue Kontakte, es gibt viele Möglichkeiten, die es nur so gibt. Wir freuen uns schon auf die Gemeinschaft und all die tollen Dinge, die man in Kärnten machen kann. Natürlich werden wir auch hier berichten, damit ihr einen Eindruck von dieser Zeit bekommt! Wenn euch das, was ihr hier mitbekommt, begeistert, ihr in diesem Jahr aber nicht dabei sein konntet, meldet euch gerne per Mail bei Daniel Hägerbäumer. 

Diakon Daniel Hägerbäumer
Denkmalsweg 1
21698 Harsefeld